Landesjägertag 2026 in Salzkotten


Am 13. Juni 2026 kamen in der Sälzerhalle in Salzkotten über 600 Jägerinnen und Jäger zum Landesjägertag des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen zusammen. LJV-Präsidentin Nicole Heitzig und Moderatorin Alissa Stein führten durch den Tag, der neben dem offiziellen Programm auch einen Jägermarkt vor der Halle bot.

Wolf in NRW – miteinander ohne Konflikte

Ein zentrales Thema war der Wolf in NRW. Helmut Dammann-Tamke (DJV), Dr. Josef Tumbrinck (MUNV), Dr. Dirk Louy (MLV), Hubertus Beringmeier (WLV) und Dr. Walter Jäcker (LJV NRW) diskutierten sachlich und ohne Polemik. Als nächste Schritte sind ein Wolfsmonitoring mit der Einführung eines Managementplans für NRW erforderlich. Helmut Dammann-Tamke berichtete dabei vom Vorgehen in Niedersachsen. Einig war man sich: Es braucht einen Dreiklang aus Artenschutz, Weidetierschutz und gesellschaftlicher Akzeptanz. Festgehalten wurde auch, dass Problemwölfe bereits heute unter erleichterten Bedingungen entnommen werden können. Wie stark das Thema polarisiert, hat zuletzt der Fall Wal Timmy gezeigt: Wenn ein gestrandeter Buckelwal die ganze Nation bewegt, wird deutlich, wie emotional Mensch-Tier-Konflikte in der Öffentlichkeit aufgeladen sind.

Jagdpolitik im Fokus

LJV-Präsidentin Nicole Heitzig sprach über aktuelle Herausforderungen für die Jägerschaft in NRW. Ein Jahr ASP, ein Jahr Alarmbereitschaft, Krisenmodus, zusätzliche Arbeit, Sorgen und jagdlicher Einsatz unter besonderen Bedingungen. Nicole Heitzig forderte die Landesregierung auf, nicht nur den Jägern strenge Regeln zur Seuchenbekämpfung aufzuerlegen, sondern auch den Freizeitbereich stärker in die Pflicht zu nehmen. Ein weiterer Punkt war die Anerkennung des LJV NRW als Naturschutzverband, aus Sicht von Heitzig längst überfällig. Denn die Jägerinnen und Jäger leisten in den Revieren, in Naturschutzgebieten und gemeinsam mit Naturschutz- und Ortsverbänden tagtäglich wertvolle Arbeit für Natur und Gesellschaft.

Biotophege-Preis 2026

Den Biotophege-Preis 2026 gewann die Kreisjägerschaft Unna mit dem Projekt „UNsere NAtur im Kreis Unna“. Den zweiten Platz belegte die Heinz Reckendrees-Stiftung mit dem Projekt „Bürgerwald Ennigerloh“ (WAF). Das Team Lernort Natur der Kreisjägerschaft Gütersloh freut sich über Platz drei: Mit dem Projekt „Umgestaltung der Biotope rund um das Hubertusheim in Rheda-Wiedenbrück“ konnten die Gütersloher erfolgreich abschneiden.

Lernort Natur-Preis 2026

Beim Lernort Natur-Preis 2026 siegte die Kreisjägerschaft Aachen mit dem Projekt „Junior Guides – Kinder führen Kinder“. Platz zwei ging an den Hegering Oelde in der Kreisjägerschaft Warendorf mit dem Lehr- und Naturpfad „Wunderbare Wuddel Tour“. Den dritten Platz sicherte sich der Hegering Remblinghausen in der Kreisjägerschaft Hochsauerland mit dem Projekt „Insektenparadies auf dem Henscheid“.

LJV-Mitgliederversammlung

Am Nachmittag tagte die Mitgliederversammlung des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen. Auf der Agenda standen Berichte aus Präsidium und Verband sowie aktuelle Entwicklungen im Jagdwesen. LJV-Schatzmeister Ralf Herberg präsentierte den Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2025 und den Haushaltsplan für das Wirtschaftsjahr 2027. Solide Zahlen, transparente Darstellung und die überwältigende Zustimmung der Versammlung sprachen für sich.

Dr. Daniel Hoffmann, Geschäftsführender Vorstand der Game Conservancy Deutschland e.V., hielt einen Fachvortrag zum Thema „Der Waschbär in NRW – Auswirkungen und Bejagungsstrategien“.

Der Landesjägertag 2026 war ein gelungener Tag und der dritte Platz beim Biotophege-Preis zeigt: Auch die Kreisjägerschaft Gütersloh leistet ihren Beitrag für Natur und Heimat.