Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft Gütersloh 2026
Zur diesjährigen Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft konnte Ralf Reckmeyer als Vorsitzender mehr als 200 Mitglieder und zahlreiche Ehrengäste in der Gaststätte Jägerhof in Harsewinkel begrüßen. In Ihren Grußworten betonten sowohl die Landrätin des Kreises Gütersloh, Ina Laukötter, wie auch die Bürgermeisterin der Stadt Harsewinkel Pamela Westmeyer die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit der Jägerinnen und Jäger für verschiedene Bereiche des Gemeinwesens, wie etwa dem Naturschutz, der Landschaftspflege, der Tierseuchenprävention und beim Austausch zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. In seinem Jahresbericht zeigte sich Ralf Reckmeyer stolz auf die ständig wachsende Zahl der Mitglieder, die zurzeit bei 2.203 liegt, mit einem Frauenanteil von 12 %. Damit sind im Kreis im Kreis Gütersloh über 90 % aller Jagdscheininhaber in dem Jagdverband organisiert. Reckmeyer blickte zurück auf ein Jahr mit zahlreichen Aktivitäten. Ein besonderes Augenmerk legte er dabei auf die Planung des neusten Projekts der Jägerschaft, das sich der Lebensraumverbesserung für Wildtiere und der Förderung der Biodiversität im Kreisgebiet widmet.

v.l.n.r.: Helmut Dammann-Tamke (Präsident des Deutschen Jagdverbandes), Ralf Reckmeyer, Rolf Bellmann, Ursula Gottschalk, Karl-Heinz Theis, Frank Berbalk, Christian Schlingamnn, Ulrich Hemmersmeier, Markus Zimmer, Harald Brune, Jörn Leßmann, Heiner Rolf-Kiel, Thomas Scholz
Hierzu gab die Obfrau für Naturschutz der Kreisjägerschaft Annegret Fronemann in einem Kurzvortrag nähere Auskunft. Ziel ist es, den zunehmenden Artenschwund im Offenland im Kreis Gütersloh entgegenzuwirken, indem die Vernetzung der vorhandenen Biotope verbessert wird und Rückzugsräume für die Wildtiere, insbesondere alle Arten von Bodenbrütern, gefördert werden. Dazu soll, in enger Kooperation mit der Landwirtschaftskammer und der Naturschutzbehörde ein Beratungsangebot entwickelt werden sowie Beispielprojekte finanziell gefördert werden. Eine dauerhafte Umsetzung sowie Multiplikatoreneffekte werden dazu angestrebt. Um das Projekt von 2027 bis einschließlich 2029 durchführen zu können, wurden mit der Volksbank in Ostwestfalen e.G., dem Autohaus Mense GmbH sowie einer Kooperation der Bürgerstiftungen im Kreis Gütersloh entsprechende Sponsoren gefunden, die zu gleichen Teilen mit der KJS Gütersloh das finanzielle Fundament sicherstellen. Darüber hinaus wurde ein zweckgebundenes Spendenkonto mit der IBAN DE79 4786 0125 2030 4001 05 eingerichtet, um weiteren Interessierten die Möglichkeiten zu geben, das Projekt finanziell zu unterstützen.
Für besondere Verdienst im Sinne des Jagdwesens und des jagdlichen Brauchtums wurden auf der Veranstaltung 10 Mitglieder ausgezeichnet. Das DJV-Verdienstabzeichen in Bronze erhielt Christisn Schlingmann als langjähriger Vorsitzender des Hegering Verl. Mit der LJV-Verdienstnadel in Bronze wurden ausgezeichnet: Harald Brune, Ulrich Hemmersmeier, Jörn Leßmann, Rainer Przibytzin, Thomas Scholz und Dr. Wolfgang Settertobulte. Mit der LJV-Bläsernadel in Silber wurden Frank Berbalk, Ursula Gottschalk und Karl-Heinz Theis geehrt.
Bei den anstehenden Vorstandswahlen wurde Heiner Rolf Kiel als stellvertretender Vorsitzender betätigt. Ebenfalls bestätigt wurden Markus Zimmer als Geschäftsführer sowie Edgar Erves als Beisitzer. Als neues Vorstandsmitglied in der Funktion des stellvertretenden Schatzmeisters wurde Christian Düfelmeyer gewählt. Mehrere Obleute für verschiedene operative Aufgaben in der Kreisjägerschaft wurden von der Versammlung bestätigt: Josef Westermann für das Jagdgebrauchshundewesen, Sören Fischer-Sievert für das jagdliche Brauchtum, Jörn Leßmann für das jagdliche Schießwesen, Heinz-Jürgen Schulte für die Jungjägerausbildung, Rainer Przibytzin als Marderbeauftragter sowie Niklas Wolf für den Bereich Prädatorenmanagement. Neu im Team ist Daniela Toman, die für die Öffentlichkeitsarbeit der KJS verantwortlich sein wird.
Wie in jedem Jahr war die Auswertung der Statistik der zum erlegten Wild als Indikator für die Bestandsentwicklung ein wichtiger Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlung. Kreisjagdberater Ulrich Bultmann stellte dies im Einzelnen vor. Dabei zeigte sich eine deutliche Zunahme der erlegten Wildschweine, Wildgänse Waschbären und Nutria. Gleichzeig zeigte sich ein Rückgang bei Wildkaninchen, Fasanen und Stockenten, insbesondere aber auch bei den Füchsen. Die Zahlen zeigen, laut Bultmann, ein Vordringen der Tierarten, die mit den veränderten Gegebenheiten in der Kulturlandschaft und in Siedlungsnähe gut zurechtkommen, während andere zunehmend in Schwierigkeiten geraten.

Als Hauptredner der Veranstaltung war es gelungen, den Präsidenten des Deutschen Jagdverbandes Helmut Dammann-Tamke zu gewinnen. Aus seiner Sicht liegt der Fokus der Jagd in Deutschland gegenwärtig zu wenig auf der sog. Niederwildjagd in der offenen Landschaft. Gerade hier ist jedoch die Arbeit der Jägerinnen und Jäger als Naturschützer und Bindeglied zur Landwirtschaft von besonderer Bedeutung. In diesem Sinne zeigte er sich beeindruckt von den Aktivitäten der Gütersloher Kreisjägerschaft. Ein erster Bereich seiner Ausführungen zu jagdpolitischen Themen richtete sich auf die aktuellen Veränderungen in der Jägerschaft und zum Bild der Jagd in der Öffentlichkeit. Nicht länger ist die Jagd heute eine rein männliche Domäne. Die Jagd wird jünger und weiblicher, was aus seiner Sicht auch gut so ist, so sein Fazit. Die zunehmende Zahl der Jägerinnen, die sich mittlerweile auch in den Vorständen der Landesjagdverbände niederschlägt, verändert seiner Ansicht nach auch das Ansehen der Jagd in der Bevölkerung. Laut aktueller Umfragen haben 60% der Bevölkerung eine positive Einstellung zur Jagd, während die totale Ablehnung bei 20 % liegt. Das kommunikative Zugehen der Jagdverbände auf die nichtjagende Bevölkerung, besonders auch unter Nutzung der neuen sozialen Medien, sei eine wichtige Basis für die Akzeptanz der Jagd auch bei der folgenden Generation. Ein zweiter Themenbereich befasste sich mit dem veränderten Schutzstatus des Wolfes in Deutschland und die Bedeutung für die Jagdausübung. Dammann-Tamke begrüßte ausdrücklich die Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes, zeigte aber auch auf, dass dies für die Jägerschaft eine besondere Herausforderung darstellt. So sind die Regularien zur Bejagung von Wölfen derzeit in den Bundesländern verschieden geregelt, je nach regionalem Verbreitungsgrad. Das Monitoring der Wolfspopulation bildet daher die Basis für vernünftige Regeln, die verschiedene jagdliche Strategien berücksichtigen sollten. Ziel sollte dabei ein möglichst konfliktarmes Miteinander mit dieser neuen Tierart sein. Als drittes Thema ging Helmut Dammann-Tamke auf die Verschärfung des Waffenrechts ein, welches die Jägerinnen und Jäger als legale Waffenbesitzer in besonderem Maße mit Sorge beobachten, da die Polizeibehörden bei der Kontrolle der Waffenaufbewahrung derzeit keine Spielräume haben und mit unangemessener Härte vorgehen. Derzeit machen alle Interessenverbände, die vom Waffenbesitz betroffen sind hierzu Vorschläge. Das Interesse des Deutschen Jagdverbandes besteht darin, bei einer Novelle des Waffenrechts Augenmaß zu wahren. Es gilt zu unterscheiden zwischen nachweislich sachkundigen und verantwortungsbewussten Legalwaffenbesitzern und solchen, die illegal Waffen aus unterschiedlichen Gründen besitzen.
Als Abschluss der Mitgliederversammlung wurden den erfolgreichen 20 Absolventen und 4 Absolventinnen des aktuellen Jungjägerkurses ihre Jägerbriefe übergeben.















